Zeitungsbericht aus dem „Grünberger Anzeiger“ vom 10. November 1908

Grünberg, 9. November. „Man muß die Feste feiern, wie sie fallen“, sind bekannte Worte. Daß sie gerade nicht an den Tag gebunden zu sein brauchen, dafür hat der Verlauf des am 7. und 8. November begangenen 25jährigen Stiftungsfestes unseres Turnvereins, gegründet 10. November 1883, den vollgültigen Beweis erbracht. Nach wochenlanger saurer Arbeit durfte der Turnverein als schönste Frucht seiner Bemühungen die Tatsache verzeichnen, dass sein Jubelfest in den Herzen der gesamten Bevölkerung, die in seltener Einmütigkeit an ihm Teil nahm, einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, von dem zu hoffen ist, dass für seine und in weiterem Sinne für der deutschen Turnerschaft Bestrebungen hier ein fruchtbarer Boden geschaffen ist für die Lösung der hohen Aufgabe, die sie sich gestellt. Lange vor dem festgesetzten Beginn der Feier strömten am Samstag Abend die Festbesucher in die Turnhalle, sodaß es dem ersten Sprecher des Turnvereins, Herrn Schröder, vergönnt war, seinen Willkommensgruß an eine den großen Saal fast überfüllende Menge zu richten. Ein von Fräulein Hedwig Zöckler wirkungsvoll gesprochener Prolog und eine sich anschließende Marmorgruppe „Die Turnerei in voller Entfaltung“ leitete die weitere Feier ein, deren Fortgang alsdann durch den Vortrag des Gesangvereins „Mein Heimattal“ vorteilhaft beeinflußt wurde. Hiernach nahm der Ehrenvorsitzende des Turnvereins, Herr Karl Hermann Jöckel, das Wort zur Festrede. Er führte aus:

„Wer frisch umherspäht mit gesunden Sinnen, auf Gott vertraut und die gelenke Kraft, der ringt sich leicht aus jeder Fahr und Not.“ Ein Ehrentag und ein Freudentag ist auch der heutige Tag für unseren Turnverein, der wie so manch anderer im Gedenkbuch desselben rot angestrichen sein und bleiben wird. Mit Stolz und Freude darf der Turnverein zurückblicken auf die zurückgelegten 25 Jahre, freilich Jahre voller Mühen, Sorgen und Arbeiten. Keiner unserer Grünberger Vereine hat mehr unter der Ungunst der Verhältnisse zu leiden gehabt als gerade der unsere. Wie manche Klippe hat unser Schifflein umsegeln, wie manchem Sturme hat es Trotz bieten müssen, doch fest stand bei uns der Glaube, daß es, trotz Sturm und Wetter, doch endlich in den schützenden Hafen einlaufen werde. Was war’s aber, das unseren Verein bis hierher so sicher über alle Fährnisse hinweggeführt und uns so manchen schönen Erfolg erringen ließ? Es war die Einigkeit, die Einmütigkeit, die Hingabe und treue Liebe zur Sache, welche allezeit dem Verein innewohnte. Kein Streit hat in den 25 Jahren jemals unser Vereinsleben getrübt, und wenn es je einen Streit gegeben, so war es der Wettstreit, ein jeder wollte sein Bestes zum Gelingen und Gedeihen des Ganzen beitragen. Die Worte: „Einig woll’n weitertreiben wir das angefang’ne Werk, wachsen werden wir an Stärk, wenn wir einig immer bleiben,“ waren für uns kein leerer Schall. Und mit Freuden gedenke ich heute der schönen Stunden, die ich mit zu den schönsten meines Lebens zähle, die ich mit gleichgesinnten, zu gleichem Streben beseelten und begeisterten Männern verlebt habe. Bild an Bild reiht sich aneinander in dieser schönen Feierstunde, wo die Erinnerung den Geist die 25jährige Bahn durchlaufen läßt. Ich gedenke der stillen Abendstunde, in welcher wir uns zusammenfanden, um unseren Turnverein ins Leben zu rufen.

Und dann wieder des Tags, an welchem der Verein das erstemal öffentlich auftrat und ich dem Turnverein die alte Turnerfahne wieder übergeben durfte, die Fahne schwarz-rot-gold, die sich so herrlich erfüllt und deren Bedeutung so sinnig und schön: aus Nacht, durch Blut zum Morgenrot der Einheit und Freiheit. Aber wenn wir nun zum großen Teil auch das errungen haben, wonach jene, denen diese Fahne einstens gewidmet wurde, und wofür Tausende der Edelsten unserer Nation gekämpft, gelitten, geduldet und geblutet, die Einheit und Größe unseres Vaterlandes, so ist doch darum, wie wohl manche wähnen diese Fahne noch nicht bedeutungslos geworden, denn wie sie denen, die vor langen Jahren schon nach dem hohen Ziele des geeinten Vaterlandes gestrebt, allzeit vorangeleuchtet, sie zum Kampfe begeistert und ihren Glauben an eine bessere und schönere Zukunft unseres Vaterlandes wach erhalten, so soll sie uns heute, nachdem das Vaterland in nie geahnter Größe und Herrlichkeit erstanden, daran erinnern und mahnen, nun auch an dem inneren Ausbau desselben kräftig mit Hand anzulegen.

Denn wie ja ein Gebäude noch nicht schön zu nennen ist, solange ihm die innere und äußere Ausschmückung fehlt, so wäre auch unser Volk noch nicht groß zu nennen, so lange ihm jener Schmuck, die Liebe zum Guten, Edlen und Schönen, fehlen würde. Und in der Pflege dieser edlen Güter, da lasset uns Hand in Hand gehen, und so lange alle deutschen Männer für diese idealen Güter ringen und schaffen, solange dürfen wir getrost und unverzagt der Zukunft entgegengehen. Und ich gedenk der schönen Bilder, so herzerhebend und herzerquickend gerade für uns Alten, wenn unsere jungen Turner heimwärts gezogen kamen vom frohen Feste, geschmückt mit dem Sinnbild deutscher Kraft, dem Eichenkranz. Und dann zieht das Bild jener Abendstunde an meinem geistigen Auge vorüber, wo wir die ersten Bausteine zu unserer zu erbauenden Turnhalle zusammentrugen.

Und dann gedenke ich jenes Frühlingstages, an welchem wir, beim Klang der Abendglocken, von dem uns lieb gewordenen Turnplatz bei der neuen Schule hinweg, hierher nach der Baustätte zogen, um die Grundsteinweihe zu unserer zu erbauenden Turnhalle zu vollziehen. Es war am 1. Mai 1897, ein Maientag war es nicht. Vom Sturme gepeitscht jagten schwere Wetterwolken am Himmel dahin, kein gutes Zeichen für uns Männer, die wir still und ernst unseres Weges zogen, uns wohl bewußt der schweren Aufgabe, die wir unternommen. Aber kein Zagen und Wanken war zu bemerken.

Das Dichterwort war unser Trost- und Losungswort: „Nur unverzagt, Gott lenkt die Weltenzügel, er gab dem Sturme Flügel, daß er des Lichtes Herold sei.“

Aber das schönste Bild, das sich mir bot, ist doch jenes, dem ich auch heute noch, wie damals, aus voller Brust und im Ueberschwang der Gefühle zurufen möchte: „Verweile nur, du bist so schön!“ als wir am 31. Oktober desselben Jahres einzogen in die festlich geschmückte Turnhalle. Das sind Bilder und Erinnerungen, geehrte Festversammlung, an denen sich auch heute noch ein altes Turnerherz erfreut und höher schlägt. Aber neben der Freude drängt es uns auch heute, Dank zu sagen allen, welche uns auf unserem langen und gar oft dornenvollen Wege, ganz besonders bei Erbauung unserer Turnhalle, so tatkräftig unterstützt haben, der Turnhalle, auf welche die Bewohner Grünbergs allezeit mit Stolz blicken können, denn sie ist das Werk eines freien tatkräftigen Bürgertums, ein Denkmal des Gemeinsinns.

Dank den Frauen und Jungfrauen für ihre Mithilfe, und den Männern, welche uns die Mittel zur Ausführung unseres Werkes zur Verfügung stellten. Aber auch Dank den Grünbergern da draußen, die auch in der Ferne ihrer alten Vaterstadt in Liebe und Treue gedacht. Dank unseren wackeren Freunden und Landsleuten, den Grünbergern in New-York , und ganz besonders sei des verstorbenen Ph. Heerz, dessen Bildnis unsere Turnhalle ziert, in dieser Stunde in Ehren gedacht.

Aber wer will’s uns verargen, wenn in dieser Feierstunde neben all der Freude auch Schmerz und Trauer sich geltend machen und Tränen der Wehmut sich in das Auge dängen? Traute Schatten ziehen an unserem geistigen Auge vorüber, die Bilder unserer treuen Mitarbeiter, die der Tod aus unseren Reihen hinweggenommen. Aber wenn es wahr ist, und was wir so gerne annehmen, daß die Geister der Geschiedenen uns auch noch nach dem Tode umschweben, oder aus lichten Höhen verklärt auf uns niederblicken, dann, ihr Heimgegangenen, vernehmet den Dank, den wir euch zollen für all die Liebe und Freundschaft, die ihr uns bewiesen, und für euere treue Mitarbeit an unserem gemeinsamen Werke. Als geistige Hüter möget ihr allezeit Wache halten an den Pforten dieser Stätte gegen undeutsche Sitten und undeutsches Wesen.

Wir wenigen Alten aber, die wir an der Wiege unseres Turnvereins gestanden, und denen es vergönnt ist zu schauen, wie unsere Kinder und Enkel in unseren Fußstapfen wandeln und auszubauen suchen, was wir unvollendet gelassen, dürfen der schönen Kunst, der wir gedient, und für die wir unsere besten Kräfte eingesetzt, getrost und freudig beim Abscheiden zurufen: „Nun lässest du deine Diener in Frieden dahinfahren, denn unsere Augen haben gesehen, daß unsere Sorgen, Mühen, Ringen und Arbeiten nicht vergeblich gewesen.“ Das deutsche Turnen hat sich Bahn gebrochen allerwärts. Es ist unserem ganzen Volke zum Gemeingut geworden und wird fortbestehen solange es noch ein deutsches Volkstum gibt.

Das große Deutsche Turnfest zu Frankfurt a. M., ein Fest ohnegleichen, hat uns den gewaltigen Aufschwung und die hohe Bedeutung der deutschen Turnerei so recht lebendig vor Augen geführt. Das Turnen, aus kleinem Anfang entstanden, ist ein feuriger Strom, eine verbindende See, ein wallendes Meer, das schirmend die heilige Grenzmark des Vaterlandes umwogt. Und wer heute noch dem Turnen seinen hohen Wert absprechen, oder es gar unternehmen wollte, es ein- und zurückzudämmen, und wäre es der Träger einer Krone, der wäre gleich jenem alten Barden des grauen Altertums, der vom einsamen Felsen herab sein Lied ertönen ließ, um das Toben des Stromes zu bändigen; aber der Strom läßt sich nicht mehr hemmen, und die Schiffer, die vorüberziehen mit neuen Wimpeln, die lachen ob der seltsamen Weise.

Die Turnsache, die Jahn 1811 dem deutschen Volke geschenkt hatte, sollte zur Rettung des Vaterlandes beitragen, sie sollte Schmach und Schande desselben mit tilgen helfen, sie sollte die niedergegangene Volkskraft heben und sollte endlich ein Mittel sein, den Deutschen wieder deutscher zu machen, und das Selbstbewußtsein, die Liebe, die Hingabe zum Vaterlande neu zu erwecken und die Zusammengehörigkeit neu zu pflegen. Was Jahn in politischer Beziehung gewollt und erstrebt, das hat er am schönsten zum Ausdruck gebracht in seiner Schwanenrede: „Deutschlands Einheit war der Traum meines erwachenden Lebens, war das Morgenrot meiner Jugend, der Sonnenschein des Mannes und ist nun der Abendstern, der mir zur ewigen Ruhe winkt. Für diesen Hochgedanken habe ich gelebt, gestrebt, gelitten und gestritten. Anerkannt haben das auch meine Richter, die Mainzer Untersuchungskommission und der deutsche Bundestag, beide haben mir es nachgerühmt, daß ich derjenige gewesen sei, welcher zuerst die höchst gefährliche Lehre von der Einheit Deutschlands aufgebracht habe.“ 

Das waren so ungefähr die Bestrebungen und Gedanken Jahns, und die Verwirklichung dieser hehren Gedanken bedeutet für alle Zeiten eine große vaterländische Tat. Und sollten einstens diese idealen Gedanken die deutsche Nation nicht mehr durchdringen, so würden auch wieder die Kräfte dahinsinken, und keine Politik vermöchte das mit so schweren Opfern Errungene zu erhalten, weil die Kraft der höchste Inbegriff aller Politik ist.

„Zukunft und Bestand des Reiches und das Kleinod der Freiheit grundet nur fest auf erstarktem Geschlecht“. Und so sei auch in dieser schönen Feierstunde diese Turnhalle aufs neue geweiht als eine Stätte treuer Arbeit, eine Stätte, worinnen deutsche Sitten wohnen, worinnen durch das Turnen erblühen deutsche Jungfrauen in Jugendschöne und deutsche Männer und Jünglinge ihre Kraft mehren, Körper und Geist stählen für den Dienst des Vaterlandes. Möge der Geist Jahns fortleben und fortwirken in unserem Volke, von Geschlecht zu Geschlecht, bis in die fernsten Zeiten. „Du aber, o deutsche Jugend, allzeit voran:  Frisch, fromm, fröhlich, frei!  Gut Heil dir, o Vaterland!“

Brausender Beifall dankte dem Redner für die von Herzen kommenden, zu Herzen gehenden Worte. Das stimmungsvolle Lied „Die Nacht“ von Schubert, vom gemischten Chor sehr gut wiedergegeben, schloß sich an und beschloß den ersten Teil des Programms.

Den zweiten eröffnete das Festspiel „Germaniens Söhne einst und jetzt.“ Im Zwiegespräch gab ein alter Germane Kunde von den körperlichen Leistungen der Vorfahren einem Jünger Jahns, der ihm entgegnete, daß die jungen Deutschen mit Erfolg sich bestrebten, es den Alten gleichzutun, und er war in der Lage, es beweisen zu können, denn plötzlich erschienen zwölf noch schulpflichtige Jungen auf der Bildfläche und führten nach dem Takte der Musik gewandt und sicher einen Stabreigen auf.

Kaum war der letzte der jugendlichen Genossen verschwunden, da tauchten von der andern Seite jugendliche Gefährtinnen auf, zwanzig an der Zahl, mit nicht minderem Erfolge einen anmutigen Fahnenreigen zeigend. Die Mitglieder der Damenriege des Turnvereins boten in gleicher Weise das nächste erfreuende und erfrischende Bild.

Dann trat eine Schar junger Turner an zum stramm und kräftig durchgeführten Doppelstabreigen und nach ihnen   -  der „Alte“  machte große Augen  -  mit Keulen bewehrte ältere „junge Germanen“, die Mitglieder der Männerriege des Turnvereins, welche beim Schwingen ihrer Waff’ bemerkenswerte Geschicklichkeit und Ausdauer verrieten. Schlag auf Schlag waren die Uebungen sich gefolgt und neidlos bekundete der alte Recke dem jungen Genossen, daß Germanias Söhne der Mutter auch heute noch Ehre machen. Andauernder Beifall der Zuhörer und Zuschauer folgte dieser Anerkennung.

Nachdem der Beifallssturm verhallt war, ergriff Herr Rechtsanwalt Kaufmann von Gießen das Wort, um im Namen des Männerturnvereins Gießen Glückwünsche dem Jubilar zu überbringen. In beredter Weise hob er die Bande der Freundschaft hervor, die beide Vereine umschlingen, und überreichte als sichtbares Zeichen und Geburtstagsangebinde einen silbernen Fahnennagel. Hierbei sei erwähnt, daß sowohl von den Brudervereinen wie von ehemaligen Mitgliedern des Turnvereins Glückwunschschreiben und –Telegramme in großer Zahl eingegangen waren.

Es folgte eine Handlung ehrender Anerkennung, indem der Vorsitzende verkündet, daß der Turnverein in anbetracht ununterbrochener 25jähriger Wirksamkeit als Vorstandsmitglieder die Herren Friedrich Schröder, Heinr. Möser I., Konrad Zinßer und Otto Robert zu Ehrenmitgliedern ernannt habe. Vorträge der beiden Gesangvereine, die mit vollem Recht reichen Beifalls sich erfreuten, ebenso wie die flott gespielte Soloszene „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ (Frl. Müller), ferner anerkennenswerte Turnübungen an Pferd und Barren halfen das Programm verschönen.

Doch was wäre eine Festlichkeit ohne Musik und noch dazu einer solchen, wie die Quartettvereinigung sie bietet? Zu Beginn, im Verlauf und am Schluß der Feier erfreute sie die Zuhörer mit Vorträgen, die auch eine strengere Kritik vertragen konnten. Unter dem Eindruck des die meisten Festgäste überraschenden schönen Verlaufes des Abends dachten diese auch nach Beendigung des Programms noch lange nicht ans nachhausegehen, trotz der neuen, am Nachmittage (es war inzwischen Sonntag geworden) winkenden Freuden.

Ein ernster Akt vollzog sich am Vormittag auf dem Friedhofe, wohin sich der Vorstand des Turnvereins und eine Anzahl Turner begeben hatten, um auf den Gräbern der dahingeschiedenen Vorstandsmitglieder Ph. Kropp, Hch. Schmidt I. und H. Kaiser, die im Leben ihr Bestes für das Gedeihen des Vereins eingesetzt hatten, Kränze niederzulegen.

Die für den schönen Verlauf des Vorabends dankbaren Festteilnehmer hatten sich zu dem für den Nachmittag angesagten Konzert der Kapelle der Marburger Jäger schon vor der für den Beginn festgesetzten Zeit äußerst zahlreich eingefunden und fanden reiche Entschädigung für diese Dankbarkeit in den vorzüglichen Musikvorträgen.

Als Festgäste erschienen waren heute ferner Gauturnwart Will und eine Anzahl Mitglieder der beiden Turnvereine Gießens. Der Erstgenannte überbrachte in Stellvertretung des Gauvertreters die Glückwünsche des Gaues Hessen und gab ferner Freude Ausdruck über die zahlreiche Teilnahme der Einwohnerschaft an der Geburtstagsfeier, die ein Zeichen sei, daß der Turnverein Grünberg es verstehe, das Zusammengehen mit der Bürgerschaft zu pflegen. Er giebt in kurzer, markiger Ansprache einen Ueberblick über das Wesen der Turnsache als Mittel zur körperlichen und geistigen Erziehung und schließt, hoffend, daß es dem Turnverein Grünberg auch für die Zukunft gelingen möge, in diesem Sinne die Turner und die ihm anvertrauten Zöglinge heranzubilden und ein würdiges Glied des Gaues Hessen zu bleiben, mit einem kräftigen Widerhall findenden „Gut Heil“ auf den Jubilar.

Der Vorsitzende der Turnvereins Gießen, Redakteur Heß, bringt mit beredten Worten den befreundeten Nachbarvereinen die Glückwünsche seines Vereins dar. Vorführungen aus dem Festspiel des Vorabends, die auch heute wieder vorzüglich klappten, vervollständigten das Programm des Nachmittags.

Ende gut, alles Gut! Der am Abend folgende Ball, dem auch die oben erwähnten auswärtigen Turner bis zum Schlusse beiwohnten und den sie nach Kräften verschönern halfen, bildete den würdigen Abschluß der ganzen Feier; häufig konnte man die Beimerkung hören „das ist doch wieder einmal ein Ball“. Um zum Schlusse noch einmal alles zusammenzufassen, können wir mit Genugtuung sagen: die Feier war wie aus einem Guß, kein Misston störte ihren Verlauf, und befriedigt und frisch angespornt kann der Turnverein sein zweites Vierteljahrhundert beginnen. Gut  Heil!

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